Maria 2.0 – Einladung zum Dialog


Die bundesweite Aktion der Reformbewegung Maria 2.0 hat an über 1000 Dom- und Kirchentüren 7 Thesen angebracht – auch an allen Kirchtüren in unserer Pfarrei.

Mit dem Thesenanschlag will sie auf die eklatanten Missstände in der katholischen Kirche hinweisen und die Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche untermauern.

Eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt werden angemahnt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats gefordert.

Die Erfüllung der Forderungen von Maria 2.0 würde für die Kirche große Veränderungen bedeuten. Nicht alle sind damit einverstanden. Wenn wir aber weiterhin gemeinsam auf dem Weg bleiben wollen, müssen wir miteinander über unsere Vorstellungen, Wünsche oder Befürchtungen ins Gespräch kommen.

Deshalb laden wir Sie ein, auf dieser Seite Ihre Stellungnahme zu den Thesen von Maria 2.0. abzugeben.

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Thesen-Nr.
Nr. der These
6 Kommentare
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Peter Heldt
3 Monate zuvor

Die 7 Thesen von Maria 2.0 sind z. T. unscharf formuliert. Das wird gleich in These 1 deutlich, da Mannsein allein nicht genügt, in der röm.-kath. Kirche partizipieren zu können. Voraussetzungen dafür sind vorrangig Weihe oder hauptamtliche Beschäftigung. These 2 verdeutlicht dieses Problem.
These 3 müsste m. E. deutlicher den Verzicht auf eigene Gerichtsbarkeit verdeutlichen, der viele der beanstandeten Unterlassungen ermöglicht. Kirche als Institution muss sich endlich als Teil dieser Welt akzeptieren. Ein Blick in die Geschichte unserer Kirche zeigt doch auch, wie sie sich durch Machtansprüche einzelner und Gruppierungen zur heutigen Form hin entwickelt hat und dabei auf Urkundenfälschungen und persönlichen Nutzen nicht verzichtet hat und diese Taten auch von sich aus selten revidiert hat.
Größte anzuklagende „Sünde“ bleibt denn auch das sich Verstecken hinter der Behauptung, den Willen Gottes zu verkörpern und ihm allein zu dienen. Das kann man schon in vielen Fällen als Blasphemie bezeichnen, die größte bzw. schwerste Sünde, die die Antike kannte.
Ein mehrfaches Mea culpa, wie es Papst Johannes II. aussprach, genügt da nicht, wenn es nicht zu einem konsequenten Umsteuern kommt, wie es die Kirche von unten und nun auch Maria 2.0 fordern.

Thesen-Nr.
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Monika Maurer-Feil
4 Monate zuvor

Danke für die Möglichkeit zur Diskussion hier. Bisher gibt es ja wenig Beiträge – und nichts Kontroverses…
Ich freue mich, dass wir so viele sind, die sich bei Maria 2.0, Frauenverbänden, in anderen Gruppen, in vielen Pfarreien und beim Synodalen Weg für die längst überfälligen Reformen in der Kirche einsetzen.

Kristian Schlegel
5 Monate zuvor

Zum vatikanischen Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften:

Vatikanische Theologen, die glauben, das Wissen um Gottes Willen und Pläne gepachtet zu haben sind mir ein Gräuel. Sie sagen in dem „Responsum“ sinngemäß, dass eine gleichgeschlechtliche Verbindung zweier Menschen nicht den Plänen Gottes entspricht. Woher wissen sie eigentlich so genau um Gottes Pläne und Willen? Das ist doch Anmaßung! Vor wenigen hundert Jahren haben vatikanische Theologen behauptet, es sei der Wille Gottes „Hexen“ zu verbrennen, und einige Jahrhunderte früher, es sei der Wille Gottes, zu Kreuzzügen aufzubrechen und „Heiden“ abzuschlachten. Als Christ, der an einen liebenden Gott glaubt, kann man doch solche Aussagen nur kopfschüttelnd ignorieren.
Ich halte die Hierarchie der Kirche mit Bischöfen, Kardinälen und dem Papst für ein mehr oder weniger notwendiges Übel, und zweifle stark, ob Jesus seine Kirche so gewollt hat. „Kirche“ ist für mich die Gemeinschaft der Gläubigen und die ist bei uns in WF in Ordnung und lebendig!

Thesen-Nr.
4
Beate Conrady
5 Monate zuvor

Ich finde alle Thesen nachvollziehbar. Das ist zunehmend nicht mehr die Kirche, mit der ich mich identifizieren kann.
Jesus Christus war sehr integrativ und hat sich gerade um die Ausgegrenzten gekümmert, um das eine Schaf, das den Anschluss an die Herde verloren hattte.
Was macht die Amtskirche? Sie grenzt wieder verheiratet Geschiedene und nicht hetero-sexuell Orientierte aus.
Das ist unchristlich! Das hätte Jesus Christus nie getan! Er hätte sie alle an seinen Tisch geladen!

Die Frage ist, wie Betroffene/Frauen den Druck auf die Amtskirche und hier besonders die deutsche Bischofskonferenz zur Umsetzung der Forderungen erhöhen könnten, denn Maria 2.0 gibt es ja schon länger. Leider haben die friedlichen Appelle bisher nicht zum Umdenken der Kirchenoberen geführt.
Ich sehe vor allem 2 Möglichkeiten unseren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen:
1. Vorübergehender Kirchenaustritt, mit der Option nach Umsetzung der Forderungen wieder einzutreten. Wenn das alle machen würden, könnte das die Bistümer finanziell schon sehr treffen.
Und
2. bis zur Umsetzung in Streik treten und alle Ämter niederlegen.
Heftig und bitter, aber nur warten wird wenig bewegen.

Damit könnte die Bischofskonferenz dem Papst dann auch überzeugende Argumente für die Umsetzung vorlegen.

Nur der Kampf mutiger Frauen hat seinerzeit zur Zulassung von Frauen an Universitäten und Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland geführt.

Ich bin sicher, wenn an der Spitze schon ein paar Frauen gesessen hätten, hätten die nicht die Missbrauchsfälle gedeckt und einfach Priester versetzt, wo sie dann weiter missbrauchen konnten.

Die breite Basis steht hinter den Forderungen und die männliche Kirchenspitze, besonders in Rom will ihre Macht nicht teilen.

Die Zeit für Veränderung ist JETZT!

Monika Maurer-Feil
Reply to  Beate Conrady
4 Monate zuvor

Es kann wirklich gut sein, dass Veränderung erst passiert, wenn wir austreten. Oder gemeinsam altkatholisch werden, alle, die Reformen wollen – dann möglicherweise mit Hauptamtlichen? Priestern?? Es eilt nicht, so schnell ändert sich wohl eh nichts in der Kirche…

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