Grußwort
Liebe Leserinnen und Leser,
das nebenstehende Bild zeigt einen alten Schuhmacher, tief über seine Arbeit gebeugt. Mit Brille, Schürze und ruhiger Hand hält er einen Schuh über den Leisten und bearbeitet ihn sorgfältig, konzentriert, ganz bei der Sache. Um ihn herum das vertraute Bild seiner Werkstatt: eine Kiste mit Absätzen und Sohlen, ein Topf mit Leim, abgetragene Schuhe, die auf ihn warten. Zwei Farbtupfer durchbrechen das Braun: oben links, über der Werkbank, ein kleines Familienbild – und unten ein knallroter, hochhackiger Damenschuh.
Was mich an diesem Bild berührt, ist die Hingabe, mit der dieser Mann seiner Arbeit nachgeht.
Nichts, was zu ihm kommt, ist ihm zu gering oder zu abgenutzt. Jeder Schuh – ob schlicht und derb oder auffällig und elegant – bekommt seine volle Aufmerksamkeit und wird wieder instandgesetzt. Ist das nicht ein schönes Bild dafür, wie Gott auf uns Menschen schaut? Keiner von uns ist ihm zu „abgetragen”, zu unscheinbar oder zu beschädigt. Jede und jeder von uns wird mit derselben liebevollen Sorgfalt angesehen – ganz gleich, wie unterschiedlich unsere Wege und unsere Geschichten sind.
Möge Gott Sie und Ihre Lieben mit seinem Segen begleiten!
Ihre Christiane Kreiß und Pfarrer Matthias Eggers