Dienstag, 23 Mai 2017

Peter&Paul-Seite 1

1600

Mit der Restitution des Großen Stiftes im Jahre 1643 fielen das Amt Liebenburg gemeinsam mit Kloster und Siedlung Heiningen an den Hildesheimer Bischof zurück, der wieder Landesherr wurde. Das Normaljahr von 1624 sicherte jedoch den konfessionellen Besitzstand der Gemeinde. Im Zuge der katholischen Reform besetzte der Hildesheimer Bischof das Kloster wieder mit katholischen Ordensfrauen und richtete hier eine Pfarrstelle ein, deren Seelsorger nicht nur für Heiningen, sondern auch für das weite Umland pastoral verantwortlich waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war die Seelsorgesituation jedoch schwierig, da Kloster und Kirche ausgeplündert waren und Heiningen wirtschaftlich schwer unter den Kriegsfolgen litt. Die Klosterkirche mußte am 5. Oktober d. J. 1658 neu konsekriert und die Klostergebäude nach 1661 wieder aufgebaut werden.

Kreuz

1700/1800

Von den Kriegsfolgen des 17. und 18. Jahrhunderts erholte sich das ausschließlich landwirtschaftlich orientierte Heiningen nur schwer. Besserung zeichnete sich erst im 19. Jahrhundert ab, als Überlegungen zum Anschluß der Gemeinde an das Schienennetz getätigt wurden. Diese mußten jedoch bald wieder aufgegeben werden, da das Dorf das Land zum Bau des Schienenanschlusses nicht zur Verfügung stellte. Neben dem Gut waren damals im Dorf nur einige Handwerksbetriebe und vorübergehend eine Ziegelei vorhanden; die dörfliche Bevölkerung verdiente sich hauptsächlich mit Wanderarbeiten ihren Lebensunterhalt.

Erhebliche politische und kirchliche Neuerungen griffen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nachdem im Jahre 1802 das Kloster Heiningen im Bistum Hildesheim zunächst an Preußen, dann 1806 an das Königreich Westfalen gefallen war, wurde es im Jahre 1810 aufgehoben. Seine Ländereien wurden verkauft und kamen in Privatbesitz. Die Klosterkirche war vom Verkauf jedoch ausgenommen worden; sie wurde der Gemeinde als Gotteshaus zugewiesen, welches unter die Verwaltung der hannoverschen Klosterkammer gelangte.

Seit 1866 wieder unter preußischer Regierung, zählte Heiningen im Jahre 1895 im Landkreis Goslar 515 Einwohner. Während 284 evangelisch-lutherischer Konfession waren, gehörten 231 der katholischen Kirche an, womit das Verhältnis der Konfession im Dorf annähernd paritätisch war. Zu den Katholiken in Heiningen kamen noch 95 in Burgdorf, das später den Namen Werlaburgdorf erhielt, und noch 20 katholische Christen in Altenrode hinzu; beide Dörfer waren nach Heiningen eingepfarrt. Die Anzahl der Katholiken verringerte sich jedoch im Pfarrsprengel nach der Jahrhundertwende aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten.

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