Dienstag, 12 Dezember 2017

Joseph-Seite 1

Ab 1935

Der katholische Religionsunterricht, der teilweise in den Schulen der Stadt erteilt wurde, und die Arbeit des 1912 gegründeten Männervereins in Schöppenstedt wurden zunächst reglementiert, später während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft verboten bzw. aufgehoben. Die damaligen Machthaber führten auch strukturelle Veränderungen durch, indem sie 1938 den Ort Küblingen mit seiner aus vorreformatorischer Zeit stammenden Wallfahrtskirche St. Marien in die Stadt Schöppenstedt eingemeindeten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) änderte sich nicht nur in Schöppenstedt, sondern auch in vielen Gemeinden des Elm-Asse-Raumes die seelsorgliche Situation grundlegend, als heimatvertriebene Katholiken sich in diesem Gebiet niederließen. Fest ansässig blieben sie vor allem in Schöppenstedt, da sie hier Arbeitsmöglichkeiten fanden. Die Verkehrswege mußten in den umliegenden Dörfern ausgebaut werden, damit die Arbeitnehmer mehrere Industriebetriebe erreichen konnten. Unter dieser Voraussetzung wiesen sich Schöppenstedt und Groß Vahlberg als Gemeindeschwerpunkte aus.

 

1950 - 1960

Deshalb wurden zunächst im Jahre 1950 die Kuratie St. Joseph in Schöppenstedt und die Pfarrvikarie Groß Vahlberg eingerichtet; letztere erhielt 1951 die Marienkapelle, welche Bischof Joseph Godehard Machens (1934-1956) zu Ehren der heiligen Rosenkranzkönigin und zu Ehren der Königin des Friedens am 13. Oktober 1951 benedizierte. Während der Seelsorgesprengel der Pfarrvikarie in Schöppenstedt die Orte Schöppenstedt, Ampleben, Barnsleben, Barnsdorf, Eilum, Eitzum, Groß Dahlum, Klein Dahlum, Kneitlingen, Küblingen, Sambleben, Schliestedt, Uehrde, Warle und Watzum umfaßte, wurden der Pfarrvikarie Groß Vahlberg die Dörfer Berklingen, Dettum, Dettum-Zuckerfabrik, Hedeper, Klein Biewende, Klein Vahlberg, Mönchevahlberg, Remlingen, Semmenstedt, Timmern, Weferlingen und Wetzleben zugeteilt.

Die Kuratie St. Joseph in Schöppenstedt, deren Seelsorgesprengel die Dörfer angeschlossen wurden, die schon als Vikarie zu ihr gehört hatten, erhielt im Jahre 1956 Kirchengemeindestatus. Groß Vahlberg erhielt den Status nicht, weil sich hier seit der Einrichtung der Vikarie aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten die Katholikenzahl verringert hatte. Von 1950 bis 1960 sank die Anzahl der zu betreuenden Katholiken im Seelsorgebezirk der Vikarie von 1057 auf 670. In Schöppenstedt wurden dagegen im Jahre 1960 1125 Katholiken pastoriert. Von der Kuratie in Schöppenstedt aus wurde seit 1962 noch zusätzlicher Gottesdienst im Schloßsaal des Altenheimes in Schliestedt angeboten; im Jahre 1991 wurde hier die Gottesdienstfeier eingestellt.