Mittwoch, 26 April 2017

Joseph-Seite 1

- Geschichte -

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Entstanden aus der gleichnamigen Siedlung und dem Osten- und Westendorf, konnte Schöppenstedt sich im 9. Jahrhundert zu einem herrschaftlichen und kirchlichen Mittelpunkt entwickeln. Die Haupt- und Taufkirche St. Stephanus war vermutlich eine Gründung des Bischofs Hildegrim I. von Charlons (gestorben 827) als Verweser des Bistums Halberstadt.

Innenansicht St. JosephSchon vor der Kirchen-gründung war ein fränkischer Königshof als Verwaltungs-zentrum vermutlich in Westendorf errichtet worden. An Stelle des Hofes legte man später das Vorwerk des Domstiftes St. Blasii in Braunschweig und die Petruskapelle an. Das mit dem Königshof verbundene Gut war schon früh an die Halberstädter Bischöfe gelangt, teils - wohl durch die Grafen von Waldeck - über Bischof Thietmar an dessen Bistum Merseburg. Durch ihre Belehnung vermochten sich die Welfenherzöge seit dem 12. Jahrhundert herrschaftliche Einflüsse in Schöppenstedt zu sichern. Die Grafschaftsrechte in Schöppenstedt übertrug jedoch Kaiser Heinrich III. (1039-1056) im Jahre 1051 Bischof Ätzelin (1044-1054) von Hildesheim. In dieser Urkunde wird Schöppenstedt erstmals erwähnt als "Sciphinstete". Ebenfalls wird in der Urkunde die Pfarrstelle als "publica ecclesia"

 

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Ein Pfarrgeistlicher wird schließlich 1268 mit "Rodolfus plebanus" erwähnt. Das Amt des Archidiakones an St. Stephanus bekleideten oftmals Halberstädter Domherren. Ihre Befugnisse erstreckten sich auf Schöppenstedt und die dem Bann zugeordneten Gotteshäuser und Kapellen in Bansleben, Barnstorf, Berglingen, Eitzum, Holtorf, Königslutter, Neindorf, Oberlutter, Rottorf, Sambleben, Schickelsheim, Schliestedt, Schoderstedt, Sunstedt, Uehrde, Warle mit Vikarie und Watzum. Vorübergehend gehörten auch Bisdorf, Küblingen und die Burg Schliestedt dem Bann Schöppenstedt an.

Herrschaftlich und wirtschaftlich zählte Schöppenstedt zu den Siedlungen, die durch den Herzog von Braunschweig besonders privilegiert wurden. In seiner Eigenschaft als Landesherr richtete er in Schöppenstedt ein Gogericht ein und erhob den Ort zum Marktflecken. Grundherren im Dorf waren herzogliche Vasallen des Bistums Halberstadt. Schon 1238 wird Schöppenstedt, das ursprünglich aus der gleichnamigen Siedlung sowie aus dem Osten- und Westendorf um den Ost-Elm entstanden war, als villa bezeichnet. Mit dem Westendorf wurde auch die 1375 nachweisbare Petruskapelle dem Weichbild von Schöppenstedt zugeführt. Das Gotteshaus war Filialkirche der Haupt- und Taufkirche St. Stephanus. Während die Kapelle vermutlich im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, diente der ihr angeschlossene Friedhof noch 1750 und 1796 zur Beisetzung von Nichtbürgern.

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