Freitag, 24 März 2017

Ansgar-Seite 1

- Geschichte -

Nach 1945

Innenansicht St. Ansgar

Die Wohnungsnot stieg nach Kriegsende bedrohlich, als nach den Evakuierten, die schon im Jahre 1944 in der Stadt Unterkunft gefunden hatten, Heimatvertriebene aus dem Osten sich in Wolfenbüttel niederließen. Der Wiederaufbau der zerstörten Juliusstadt begann nur schleppend; erst die Währungsreform von 1948 brachte Besserung. Auf dem Brachgelände der Juliusstadt wurden großräumige Siedlungsprojekte errichtet. Die Namensgebung der Straßen, wie Breslauer Straße, wies die dortigen Bauherrn z.B. als Schlesier aus, die fast ausschließlich katholischer Konfession waren.

 


1950 - 1970

Taufbecken St. Ansgar

In der Pfarrei St. Petrus, die seelsorglich verantwortlich war, hatte sich die Anzahl der Katholiken durch den Zuzug der Heimatvertriebenen deutlich erhöht; im Jahre 1956 wurden etwa 8300 katholische Christen pastoriert. Da sich in der ehemaligen Juliusstadt die Entwicklung einer katholischen Gemeinde in der Nachkriegszeit deutlich abzeichnete, wurde im Jahre 1955 von der Pfarrei St. Petrus am Fichtendamm ein Grundstück für den Bau eines zweiten katholischen Gotteshauses in Wolfenbüttel erworben. Kreuz St. AnsgarAls Pfarrvikarie konnte die Seelsorgestelle 1964 eingerichtet werden; der Priester wohnte in einer Einliegerwohnung am Tannenweg 1. Der Seelsorgesprengel der Pfarrvikarie umfasste das nordöstliche Gebiet Wolfenbüttels mit den Landgemeinden Salzdahlum, Atzum, Apelnstedt, Ahlum, Wendessen, Groß und Klein Denkte. Sottmar und Wittmar. Die Katholiken, die hier wohnten, waren hauptsächlich Heimatvertriebene, die im Industriebereich Salzgitter Beschäftigung gefunden hatten. Die Hl. Messe im Nordosten der Stadt wurde zunächst in der Schule am Geitelplatz gefeiert, später wurden die Werktagsgottesdienste im Pfarrhaus in der Elbinger Straße gehalten.

Als erstes Bauprojekt in katholischer Trägerschaft konnte 1966 die Caritas-Kindertagesstätte an der Waldenburger Straße fertiggestellt werden. Ihre Einrichtung war besonders im Hinblick auf die berufstätigen Mütter notwendig gewesen. Sie und die katholischen Frauen spanischer Nationalität arbeiteten in der Salzgitter-Industrie. Schon 1965 war das Baugrundstück Fichtendamm mit einem Baugrund an der Waldenburger Straße mit der Stadt Wolfenbüttel getauscht worden, das für die Errichtung einer katholischen Kirche geeigneter erschien. Unmittelbar nach dem Grundstücktausch erteilte das Bischöfliche Generalvikariat in Hildesheim die Erlaubnis zur Errichtung des Pfarrzentrums St. Ansgar. Bischof Heinrich Maria Janssen (1957-1982) und das Bonifatiuswerk förderten das Bauprojekt.


Ab 1970

Madonna in St. Ansgar

Im Jahre 1971 wurde der Bau des Pfarrzentrums begonnen, der 1973 mit der Konsekration des Gotteshauses abgeschlossen werden konnte. Als Patron erhielt die Kirche den heiligen Ansgar, als Nebenpatronin die heilige Hedwig, die Schutzheilige Schlesiens. Im Jahre der Fertigstellung der Kirche erhielt die Pfarrvikarie Eigenständigkeit. Ihrem Seelsorgesprengel wurden der nordöstliche Teil Wolfenbüttels und die östlich der Stadt liegenden Landgemeinden eingegliedert. Einige von ihnen, wie Ahlum und Atzum, wurden schon ein Jahr später im Zuge der Kreis- und Gebietsreform in Niedersachsen nach Wolfenbüttel eingemeindet oder anderen Samt- und Einheitsgemeinden angeschlossen. Im Jahre 1976 wurde die Kuratie St. Ansgar zur Pfarrei erhoben.

Der Konsolidierungsprozess der Gemeindepastoral war damals schon abgeschlossen; Madonna in St. Ansgarzahlreiche katholische Vereinigungen hatten sich gegründet, die caritative Aufgaben übernahmen. Die ehemalige Juliusstadt hatte sich zwischenzeitlich zum Wohnstadtteil Wolfenbüttels entwickelt, welcher durch die Jägermeisterstraße vom Innenstadtbereich getrennt liegt.

Während die Pfarrvikarie im Jahre 1964 etwa 2000 Katholiken gezählt hatte, waren es im Jahre ihrer Erhebung zur Kirchengemeinde schon 2548. Der Trend einer sinkenden Tendenz machte sich erst im Jahre 1976 bemerkbar, als die Kuratiegemeinde Pfarrei wurde. Ursachen dafür lagen im konjunkturellen Einbruch der Wirtschaft, der in der Bundesrepublik mit der Ölkrise seinen Anfang nahm. Erst mit Beginn der 80er Jahre kam es im Bereich der Wirtschaft Salzgitters zu einer Phase der konjunkturellen Beruhigung, die sich in soweit auf die katholische Pfarrgemeinde St. Ansgar auswirkte, als wieder steigende Katholikenzahlen verzeichnet werden konnten.


Nach der Wende

Orgel St. AnsgarDie Grenzöffnung zum osteuropäischen Ausland 1989 zeigte keine Folgen im Bereich der katholischen Pfarrseelsorge, den von 1989 bis zur Vereinigung Deutschlands im Jahre 1990 blieb mit etwa 2500 Katholiken die Gemeindegröße weitgehend konstant.

Weder eine Überalterung der Gemeindemitglieder noch die Anzahl von überdurchschnittlich vielen Kirchenaustritten konnten festgestellt werden. Die deutlich ansteigende Zahl der Gemeindemitglieder in den letzten Jahren auf 2976 (Stand 10.7.01) ist zurückzuführen auf die Ausweisung neuer Baugebiete im Bereich der Pfarrei, Wolfenbüttel profitiert hier vom Zuzug besonders auch aus Braunschweig, da Baugebiete - auch vom Preis her - leichter zu erhalten sind.

Die Orgel von St. Ansgar

 

 

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