Samstag, 24 Juni 2017

 

DAS WORT ZUM SONNTAG

Braunschweiger Zeitung vom 17.02.2007

Ein Plädoyer für das Lachen

Nach einer Theorie von Julie Henderson erzeugen nicht nur unsere Gefühle den dazugehörigen Gesichtsausdruck. Umgekehrt scheint es auch so zu sein, dass das „Gesichter Schneiden" einen Einfluss auf das Erleben von den dazugehörigen Gefühlen hat, sofern es sich um universelle Gefühlssignale handelt.

Ein Spaß für Jung und Alt, besonders jetzt in der Faschingszeit, ist der so genannte "Lachkanon", bei dem im letzten Abschnitt alle aufstehen und rhythmisch viermal lachen müssen. Das Spiel wird in seinem Verlauf immer schneller, und irgendwann verwandelt sich das anfangs verordnete Lachen in allgemeine Ausgelassenheit.


Markus Galonska,
Gemeindereferent
St. Petrus, WF

Lachen ist wichtig. Es bringt sämtliche Körperflüssigkeiten in Schwung, regt das Gehirn an, stärkt das Immunsystem und erhellt das Bewusstsein. Jede Menge Alltagsstress, der sich irgendwo im Körper festgesetzt hat, kann durch ein freies Lachen abgebaut werden. Vielleicht kennt der eine oder andere auch das befreiende Lachen nach einer (lang andauernden) bedrückenden Stimmung, obwohl es manchmal gar nichts zu lachen gibt. Lachen und Weinen liegen nahe beieinander.

Das „Lustig Sein" auf Kommando ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Vielleicht muss man ja als Rheinländer geboren sein (und auch dort wohnen bleiben), um auf diese närrische Art mitfeiern zu können. Kinder haben so gesehen wahrscheinlich viel rheinisches Blut in sich - gottseidank. Sie probieren gerne aus, in welche Rollen sie sich stürzen können und welche unentdeckte Seite noch in ihnen schlummert. Im Fasching ist das am einfachsten, weil man sich in die große Masse schmeißen kann, die das ebenfalls tut.

Eine gute Gelegenheit, den Ernst einmal beiseite zu schieben, fünf gerade sein zu lassen, über sich selbst zu schmunzeln und sich dabei am ehesten als den Menschen anzunehmen, als den ihn Gott geschaffen hat: eben mit seinen Stärken und Schwächen. In den nächsten Wochen, der Vorbereitungszeit auf Ostern, werden wir uns wahrscheinlich noch genug mit der Ernsthaftigkeit unseres Daseins auf der Erde auseinandersetzen.

Meine Empfehlung also für die närrischen Tage (und auch danach): Sollte es Heiterkeit und Frohsinn regnen, am besten den Regenschirm vergessen. Helau!

Text ©Braunschweiger Zeitung 2007, Foto: privat