Donnerstag, 30 März 2017


DAS WORT ZUM SONNTAG

Braunschweiger Zeitung vom 21.10.2006

Füreinander Lichtträger sein

Von Woche zu Woche, manchmal sogar von Tag zu Tag, können wir merken, dass die Tage kürzer werden. Bald ist die Zeitumstellung, damit wir das vorhandene Tageslicht optimal nutzen können.

Alles Lebendige sehnt sich nach Licht und ist von ihm abhängig. Sogar unser Herz - oder besser gesagt unser „Gemüt" braucht Licht. Besonders habe ich das zu spüren bekommen, als ein nächster Tag im Radio als freundlicher, sonniger Tag angekündigt war, doch tatsächlich ein kalter, trüber und nebliger Tag folgte.

Zu meiner aufkommenden Enttäuschung gesellte sich eine ebenso trübe, muffige und mürrische Stimmung.


Markus Galonska,
Gemeindereferent
St. Petrus, WF

Diese Stimmung „wie 3 Tage Regenwetter" kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Das tatsächliche Wetter, oder einfach nur schlechte Laune, Streits, Sorgen, die sich nicht auflösen, Trauer oder am Ende lang anhaltende Depressionen, die von dem gesamten Fühlen, Denken und Handeln Besitz ergreifen und die Welt traurig und grau aussehen lassen. Ein bisschen mehr oder weniger Sonne am Tag hilft da auch nur noch bedingt beziehungsweise überhaupt nicht mehr.

Gott sprach: „Es werde Licht". Auch, wenn wir Christen wohl kaum glauben, dass Gott als Schöpfer der Welten die Gestirne im All wie eine Nachttischlampe aus- und anknipst, ist es für jeden Gläubigen von hoher Bedeutung, dass Gott Leben für alle Geschöpfe will. Jesus, der Gesandte Gottes, spricht auch von sich „Ich bin das Licht der Welt". Als Träger von Gottes Licht hatte er viel gerade mit den Menschen zu tun, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen, weil sie traurig, krank oder verbittert waren. Er ließ sie teilhaben an der großen Fülle des Lebens.

Wir Christen haben diese Aufgabe von ihm übernommen. Was das Tageslicht nicht leisten kann, das leisten wir, wenn wir füreinander Lichtträger sind. Dazu sind wir als Christi Nachfolger berufen, ob in unserem Gebet oder mit Taten, ob alleine oder in der Gemeinde.

Wir erinnern uns daran, dass wir dieses Licht von Jesus bekommen, indem wir in der dunkler werdenden Jahreszeit für uns selber Lichter anzünden, um schließlich Jesu Geburt in einem wahren Lichterfest zu feiern.

Text ©Braunschweiger Zeitung 2006, Foto: privat

 

Text ©Braunschweiger Zeitung 2005, Foto: privat

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