Mittwoch, 24 Mai 2017

Gedenkfläche für die NS-Opfer auf dem katholischen Friedhof

 

Von seiner Heiligen Wohnung im Himmel
blickt der Herr herab auf die Erde
um das Stöhnen der Gefangenen zu hören
und die zum Tode Verurteilten freizulassen

 

In den Jahren 1937-1945 wurden in der Strafanstalt Wolfenbüttel mehr als 500 Häftlinge von den Nationalsozialisten hingerichtet. 145 von ihnen katholischen Bekenntnisses wurden auf diesem Friedhof begraben. Manche von ihnen wurden später exhumiert und in ihre Heimat überführt. Ihrer aller gedenken die katholischen Christen in den beiden Pfarrgemeinden der Stadt Wolfenbüttel.

Gedenkstätte Bild 1Vielen Menschen wird sie auf unserem katholischen Friedhof bereits ins Auge gefallen sein: die neugestaltete Gedenkfläche für die in der Zeit des Nationalsozialismus in der Strafanstalt Wolfenbüttel hingerichteten Frauen und Männer katholischen Bekenntnisses.

Im Jahr 2000 waren noch einmal viele Hinterbliebene der Hingerichteten nach Wolfenbüttel eingeladen worden. Dabei wurde deutlich, dass die alte Gedenkfläche keine angemessene würdevolle Erinnerung an die Frauen und Männer darstellte. Eine Arbeitsgruppe bildete sich damals, um dem Kirchenvorstand eine Neugestaltung vorzulegen: Frau Mechthild Ludwig-Mayer und die Herren Klaus Berning, Helmut Hahn, Siegbert Pabst, Hans-Joachim Schauf, Jürgen Selke-Witzel und Dr. Wiesner.

Gedenkstätte Bild 2Eine schlichte Gedenkstätte sollte es werden, die aus sich heraus viel Ruhe ausstrahlt. Deshalb wurde bewusst eine immegrüne Eibenhecke und ein immergrüner Bodendecker ausgewählt. Dazu in der Mitte ein Gedenkstein: ein massiver Findling, der in der Mitte durchgesägt ist und durch zwei Metallrohre miteinander wiederum verbunden und zusammengehalten wird. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die Menschen von damals zwar hingerichtet wurden, dass sie sogar zum Teil nur noch als Nummern geführt wurden, dass ihnen damit aber nicht ihre Würde genommen werden konnte.

Die Firmen Kraft und Klingenberg haben nach Ostern 2001 sehr kooperativ und kostengünstig die Arbeiten ausgeführt. Die Kosten selbst tragen für den Gedenkstein die Kolpingfamilie Wolfenbüttel und für die gesamte Gedenkfläche die Pfarrgemeinde St. Petrus.

Gemeindelinks

Veranstaltungsübersicht